Alte Mauern, neue Magie

Was viele der richtungsweisenden Hotels in Europa und der Schweiz verbindet, ist ein gemeinsames Prinzip: die Reinvention. Neu gedacht statt neu gebaut. Das 30. BILANZ-Ranking zeigt die aktuellen Spitzenreiter, die Aufsteiger und die Newcomer.

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Der Gast geht in ein Hotel, um dort etwas zu finden, das ihm zu Hause fehlt. Dieses Credo des Grosshoteliers Conrad Hilton mag fast ein Jahrhundert alt sein, doch selten war es so aktuell wie heute. Das Hotel als Bühne des schönen Lebens gewinnt in unserer aufgewühlten Zeit neue Bedeutung: als Zufluchtsort jenseits des Alltags, der uns für kostbare Momente in eine andere Welt eintauchen lässt – und sei es nur für eine Nacht. Dass wir Gäste dabei ein bequemes Bett, gutes Essen und einen Service erwarten, der uns das Leben leicht macht, tritt dabei in den Hintergrund – zumindest bei jenen Häusern, die mehr sein wollen als nur eine Unterkunft. Zum 30. Mal zeichnet das BILANZ-Ranking die Dynamik eines Wettbewerbs nach, in dem Hotels um zeitgemässe Formen der Gastlichkeit ringen. Der gemeinsame Nenner vieler herausragender Häuser ist der Wille zur Reinvention – der Anspruch, Bestehendes neu zu denken, sei es durch Umnutzung charakterstarker Gebäude oder die Neubelebung gewachsener Hotels.

Die zweite Blüte markanter Bauwerke

Die Transformation von Palazzi, Regierungsgebäuden, Banken oder Industriearealen zu Hotels hat sich von einer architektonischen Mode zu einem tragfähigen Geschäftsmodell entwickelt. Der Grund liegt auf der Hand: Orte mit Geschichte und einzigartiger Struktur liefern sofort ein Narrativ und besitzen eine Aura, die sich in digitalen Bildwelten besonders wirkungsvoll vermarkten lässt.

Eine Benchmark setzte in diesem Jahrzehnt das «Portrait Milano», das aus einem ehemaligen erzbischöflichen Priesterseminar im verschachtelten Hinterhoflabyrinth des Mailänder Modeviertels hervorging und nun vom zweiten auf den ersten Rang der besten Stadthotels Europas aufsteigt. 2021 verwandelte LVMH das Art-déco-Warenhaus La Samaritaine am Pont Neuf in das «Cheval Blanc Paris». Luxusmarken nutzen gezielt das kulturelle Prestige solcher Orte, um sich vom global austauschbaren Hotelstandard zu differenzieren und liefern sich einen Wettkampf um «irreplaceable places», wie es in der Welt von Hospitality- Investoren genannt wird. In London wiederum wurde das Old War Office – einst Kommandozentrale Winston Churchills und später Kulisse zahlreicher James-Bond-Filme – 2023 zum «Raffles London at The OWO» (alle Hotelporträts finden Sie auf: www.bilanz.ch/hotelranking-2026). Fotos: PR

Ein besonders ungewöhnliches Kapitel dieser Entwicklung schreibt sich an der französischen Riviera. Im Mai wurde vor dem Hafenstädtchen Bandol nahe Marseille eine Privatinsel zu neuem Leben erweckt: die Île de Bendor. 1950 übernahm der Spirituosenunternehmer Paul Ricard das damals unerschlossene Eiland und formte daraus ein persönliches Arkadien. Geprägt von kulturellem Austausch, Nähe zum Wasser und einer familiären Atmosphäre, wurde die Insel zu einem Refugium der französischen Bohème und zum Sinnbild mediterraner Lebensart. Noch vor Ricards Tod 1997 begann jedoch ihr allmählicher Niedergang. Nun haben Ricards Urenkel Marc de Jouffroy und der Hotelier Arnaud Zannier die vergessene Insel in fünfjähriger Planung und Renovierung neu interpretiert und im Mai dieses Jahres als «Zannier Île de Bendor» wiedereröffnet. Ziel war es, den bodenständigen, un aufgeregten Charakter zu bewahren und zugleich auf ein neues Niveau zu heben. Zannier will neben Tagesbesuchern vom Festland auch ein zahlungskräftiges internationales Publikum ansprechen, das sich nicht in einem abgeschotteten Luxusresort wiederfinden möchte.

Mehr als 200 Bäume wurden gepflanzt, Landschaft und Architektur sensibel überarbeitet und die beiden Hotels an den gegenüberliegenden Enden der Insel umfassend saniert. Das «Delos» im Westen zitiert den Riviera-Chic der 1960er-Jahre, während das «Soukana» im Osten mit provenzalischem Flair in sanften Erdtönen gestaltet ist.

Neue Ära für ein Weingut im Burgund

Rund 500 Kilometer weiter nördlich stehen kulturelle Inszenierung und ortsspezifische Erlebnisse ebenfalls hoch im Kurs: Das «Château La Commaraine» im burgundischen Pommard empfing im Frühjahr erstmals Hotelgäste. Das Weinschlösschen mit seinen ummauerten Rebparzellen, den sogenannten Clos, diente einst den Herzögen von Burgund als Herrensitz und blieb später über Generationen in privatem Besitz verschwiegener Weinproduzenten. 2017 erwarb ein amerikanisches Paar das Anwesen. Zunächst stellten die neuen Eigentümer die Bewirtschaftung der PremierCru-Lagen auf biodynamischen Weinbau um und verwandelten das Château schliesslich in ein diskretes Juwel mit 37 Zimmern, zwei Restaurants und einem unterirdischen Spa.

Für Direktor Jean-Luc Vitoux sind diese Annehmlichkeiten jedoch nur die Grundlage, nicht der eigentliche Kern des Projekts: «Wir bieten keinen Luxus um seiner selbst willen, sondern richten uns in erster Linie an Weininteressierte, mit denen wir unsere Leidenschaft teilen können», sagt er. Wo immer möglich und gewünscht, sollen Gäste in landwirtschaftliche und weinbauliche Arbeiten eingebunden werden, um das Terroir der Domäne und die Vinifikation in der ultramodernen Cuverie unmittelbar zu erleben. Ein Aufenthalt soll etwas hinterlassen, das über die Schwelgerei in märchenhafter Szenerie hinausgeht und eine tiefere Verbindung zum Ort schafft. «Sinn und Genuss schliessen einander nicht aus – im Gegenteil, sie gehören zusammen», sagt Vitoux. «Viele Menschen sehnen sich heute genau danach.»

London als Zentrum der Spitzenhotellerie

Die Stadt mit den meisten Hotels in den BILANZ-Bestenlisten und vier Neuzugängen in den Top 100 ist London. Wieder steht die Metamorphose eines symbolkräftigen Bauwerks im Zentrum, diesmal mitten in Mayfair. Das staatliche katarische Immobilienunternehmen Qatari Diar entdeckte das modernistische Gebäude der ehemaligen amerikanischen Botschaft für sich und verlieh ihm gemeinsam mit der Rosewood-Hotelgruppe eine neue Identität als «The Chancery Rosewood». Die heutige Botschaft ist klar: Hier wird ein Referenzpunkt für urbane Spitzenhotellerie im Jahr 2026 gesetzt. 

Der Bau mit seiner streng geometrischen Architektur und den grossen Fensterfronten, 1960 von Eero Saarinen entworfen und jüngst von David Chipperfield erweitert, liegt direkt am  Grosvenor Square, einem der elegantesten Plätze im Londoner West End. Zahlreiche Attraktionen der Stadt sind fussläufig erreichbar, die Oxford Street ist praktisch um die Ecke. Für die Gestaltung der Innenräume wurde passenderweise Joseph Dirand engagiert, einer der führenden Stilbildner des «stillen Luxus». Alle 144 Zimmer sind Suiten, keine kleiner als 53 Quadratmeter. Die Räume sind in warmen, gedeckten Farbtönen und mit natürlichen Materialien von hoher haptischer Qualität eingerichtet. Auf klassische Hotelästhetik wurde bewusst verzichtet, zugunsten eines wohnlich durchwirkten Mid-CenturyModernismus. 

Zum Angebot gehören fünf Restaurants und Bars für jede Stimmungslage sowie ein Spa mit 25-Meter-Pool. Die Liebe zum Detail zeigt sich überall: in sorgfältig kuratierten Playlists, den Uniformen der Mitarbeitenden, im Blumenschmuck oder im kostenlosen Chauffeurservice für Fahrten in der näheren Umgebung. 

Der eigentliche X-Faktor ist hier jedoch die Kunst: Rund 800 Werke britischer und amerikanischer Künstler sind im Haus verteilt. Hinzu kommen einige grossformatige «commissioned works of art» in den öffentlichen Räumen. Diese eigens für Lobby, Restaurants und Eventzonen konzipierten Auftragsarbeiten  stellen Bezüge zum geschichtsträchtigen Mayfair-Quartier oder zum diplomatischen Vorleben des Gebäudes her. Im Eingangsbereich der Hauptlifte etwa hängt eine Werkserie, die Oscar Wilde mit originellen Collagen aus viktorianischen Schnittmustern würdigt. Der Schriftsteller lebte einst selbst am Grosvenor Square.

Vom Warenhaus zum urbanen Spa-Tempel

Eines der derzeit spannendsten Beispiele urbaner Wiederbelebung ist der frühere Kaufhauskomplex Whiteleys, ein edwardianisches Wahrzeichen im Londoner Stadtteil Bayswater. Hier schrieb Gründer William Whiteley Geschichte, indem er das Einkaufen von einer blossen Transaktion zu einem Erlebnis erhob, mit dem Versprechen: «alles von der Nadel bis zum Elefanten». Nach der Schliessung 1981 verfiel der Komplex zusehends, bis ihn eine Entwicklergruppe übernahm, die sich ebenso der Revitalisierung des Quartiers verpflichtet fühlt wie der Rendite. Im Zentrum steht das Prinzip des «Placemaking». Durch Ankerprojekte sollen vernachlässigte Viertel neue Impulse erhalten.

Kern der Neuausrichtung ist das «Six Senses London», ein Neubau in teilweise historischer Hülle. Die bewusst randständige Lage passt zur unkonventionellen, stark auf ökologische und soziale Nachhaltigkeit ausgerichteten Luxushotelmarke. «In unserem Mikrokosmos passiert sehr viel», erklärt General Manager Nick Yarnell. «Wir schaffen eine Verbindung zum lokalen Leben und helfen gestressten Gästen, wieder zu sich selbst zu finden.»

Der exklusive Member’s Club «Six Senses Place», der Mindfulness über Bling-Bling stellt, ist über eine imposante Eisentreppe aus der Gründerzeit zugänglich und soll lokale Vernetzung fördern. Hotelgäste werden temporär Teil dieser Community und erleben so ein gemeinschaftsorientiertes Lebensgefühl. Vor allem aber wird der Wellbeing-Bereich im Untergeschoss nicht als ergänzendes Angebot verstanden, sondern – wie bei Six Senses üblich – als pulsierendes Herzstück. Neben klassischen Massagen und Beauty-Treatments bietet das Spa das ganze Spektrum des Biohacking (Kältekammer, Rotlichttherapie und so weiter), ergänzt durch wechselnde «visiting practitioners», die das Feld der holistischen Wellness erweitern, von Ayurveda über Akupunktur bis Atem training.

Ewige Jugend für alte Grandezza 

Ohne Wellness im grossen Stil geht es in der Luxushotellerie heute kaum mehr. Selbst das «Suvretta House» in St. Moritz, das klassischste aller klassischen Grandhotels im Alpenraum, hat seine «Spa Experience» grundlegend neu definiert. Mit einer Investition von 33 Millionen Franken in den vollständig neu gestalteten, deutlich erweiterten Wellnessbereich – 4670 Quadratmeter auf drei Etagen – hat die Besitzerfamilie Candrian-Bon eine strategische Repositionierung angestossen. Das Zusammenspiel der zurückhaltend modernen Spa-Architektur mit der fortlebenden Grandezza der historischen Hallen verleiht dem Haus eine neue Strahlkraft und hebt es im Ranking um sechs Plätze nach oben. Eine gänzlich andere, nicht minder faszinierende Auffassung eines alpinen Ferienhotels verfolgen die renommierten Schweizer Kunsthändler Iwan und Manuela Wirth. Nur einen Katzensprung von St. Moritz entfernt haben sie im Herzen von Sils die historische «Chesa Marchetta» samt benachbarter Pension übernommen – eine legendäre Adresse, die fast sieben Jahrzehnte lang von den Schwestern Maria und Christina Godly geführt wurde. Gemeinsam mit dem argentinischen Architekten Luis Laplace haben sie das Ensemble behutsam umgebaut und im Dezember 2025 als Boutiquehotel mit 13 individuell gestalteten Zimmern und viel lokaler Kunst wiedereröffnet, darunter einige Werke von Alberto Giacometti. Die heutige Lounge befindet sich in einem ehemaligen Heuschober, das Restaurant zog in den früheren Kuhstall ein und serviert dort eine lustvoll zubereitete norditalienische Bergküche.

Die «Chesa Marchetta» ist bereits das zweite Hotelprojekt des Galeristenpaars. Mit der aufsehenerregenden Reaktivierung des viktorianischen «The Fife Arms» in den schottischen Highlands im Jahr 2018 machten sie das verschlafene Dorf Braemar nahezu über Nacht zu einem Anziehungspunkt der internationalen Kunstszene. Das Engadiner Pendant gibt sich bewusst zurückhaltender. Doch auch hier entstand ein Ort, an dem Kunst nicht bloss ausgestellt, sondern als selbstverständlicher Teil des Alltags gelebt wird.

Der Hotellerie würden mehr solche Überzeugungstäter guttun, die ihren Visionen mehr vertrauen als den Kalkulationen. Jan Schoch gehört zu dieser seltenen Kategorie. Nachdem der ehemalige Fintech-Unternehmer den «Bären» und den «Löwen» in Gonten gekauft hatte, ergänzte er die traditionsreichen Gasthöfe um das luxuriöse «Huus Quell» mit 30 Zimmern sowie rund 50 Neubauwohnungen und formte daraus das «Appenzeller Huus» – ein Resort, das mit Investitionen von rund 130 Millionen Franken das Dorf aus dem Dornröschenschlaf geweckt hat.

Die Anlage beeindruckt durch fein ausgearbeitete regionale Handwerkskunst und setzt in Design, Gastronomie und Wellness eigenständige Akzente. Gleichwohl bleibt noch einiges zu tun, bis alle Elemente stimmig ineinandergreifen und sich das Personalkarussell beruhigt hat. Anerkennung verdient das Projekt bereits heute: Es trägt unverkennbar die Handschrift seines Eigen tümers, der sich mit grosser Detailversessenheit eingebracht hat und damit einem Landstrich neues touristisches Selbstbewusstsein verleiht.

Die Renaissance von La Dolce Vita
Ein Blick auf die europäischen Ranglisten zeigt: Viele der 194 befragten Experten sind dem Charme jener italienischen Hotels erlegen, die in den vergangenen Jahren aufwendig renoviert oder in historischen Gemäuern zu neuem Leben erweckt wurden. Dazu zählen das «Castiglion del Bosco» in der Toskana, das «Reschio» in Umbrien, das «Borgo Santandrea» an der Amalfiküste und das «Airelles Palladio» in Venedig. Mit 19 Spitzenadressen in den Städten sowie 30 Häusern am Meer oder auf dem Land unterstreicht Italien sein Comeback als eine der attraktivsten Hoteldestinationen Europas.

Besonders in Italien prägen revitalisierte Zeugnisse der Geschichte das aktuelle Hotelbild. Newcomer wie das «Vista Ostuni» in Apulien – einst Kloster, später Tabakfabrik, heute konsequent auf Instagram-Ästhetik getrimmt – verleihen einer ganzen Kleinstadt frischen Schwung. Oder das weitläufige Resort «Castelfalfi» südwestlich von Florenz, das exemplarisch für die Transformation eines nahezu entvölkerten mittelalterlichen Borgo in ein hoch kuratiertes Hospitality-Ökosystem steht. Kritiker sprechen zwar von einer Disneyfizierung der Toskana, doch der Balanceakt zwischen Denkmalpflege, touristischer Nutzung und moderner Inszenierung erscheint gelungen.

Der vielleicht eindrücklichste Beleg für diese Renaissance ist das «Passalacqua» am Comersee. Aus einer Privatvilla des 18. Jahrhunderts hervorgegangen, verfügt das Hotel über einen der schönsten Gärten der Region und hat sich seit seiner Eröffnung 2022 zu einer der begehrtesten Adressen Italiens entwickelt. Einen bemerkenswerten Einstieg ins Ranking schafft zudem das «Orient Express La Minerva» in Rom. Vom Innenarchitekten Hugo Toro in einer zeitgenössischen Interpretation des Art déco gestaltet, wurde es bei den «Wallpaper Design Awards 2026» als «Best Reinvention» ausgezeichnet.

Luxus braucht Seele

In der Flut neuer Traumadressen quer durch Europa finden sich zahlreiche weitere ikonische Häuser, die wiederentdeckt wurden. Doch im Wettlauf um Glanz und Aufmerksamkeit gerät bei vielen Entwicklern etwas Grundlegendes in Vergessenheit. Trotz des immensen materiellen Aufwands, der in diese Häuser fliesst, berühren sie einen oftmals nicht. Es fehlt die emotionale Dimension. Herzlichkeit. Seele. Magie. Jenes schwer fassbare gewisse Etwas, das sich weder planen noch kaufen lässt. So manches neue Hotel scheint davon auszugehen, dass spektakuläres Design, Starköche, technologisch hochgerüstete Spas und eine Handvoll Social-Media-tauglicher, oft jedoch belangloser «Experiences» über mittelmässigen Service hinweghelfen können.

Dabei ist die Servicekultur vielerorts zum Nebenschauplatz geworden, statt Priorität zu sein. Im Fokus auf die Hardware gerät genau das ins Hintertreffen, was wirklich gute Hotels ausmacht: die Menschen. Es sind eingespielte, harmonisch zusammenwirkende Teams, die ein Haus prägen, Atmosphäre schaffen und aus einer schönen Immobilie einen Ort machen, zu dem Gäste immer wieder zurückkehren möchten.

Hotels voller grossartiger Mitarbeitender, die ihre Gäste mit der Selbstverständlichkeit alter Freunde umsorgen, sind selten geworden. Das «Gstaad Palace», das zum vierten Mal in Folge die Rangliste der besten Ferienhotels der Schweiz anführt, gehört zu diesen Ausnahmen. Es ist ein Kosmos aus weltläufiger Lässigkeit und alpinem Charme und beweist, wie gross der Unterschied zwischen einem konzeptionierten und einem organisch gewachsenen Haus in Familienhand sein kann.

Auch in den Städten gewinnt Authentizität an Bedeutung. Der neue Luxus heisst Persönlichkeit. So bewahrt das «Baur au Lac» in Zürich bereits in siebter Generation den Charakter eines Familienbetriebs, ohne sich darauf auszuruhen. Es ringt um jedes Detail, um für die Gegenwart relevant zu bleiben, und tut dies so überzeugend, dass es erstmals den Spitzenplatz unter den Schweizer Stadthotels einnimmt. Eine Erkenntnis verbindet Juniorchefin Marguita Kracht mit den sehr unterschiedlichen Häusern dieses Rankings: Entscheidend ist nicht das Neue um seiner selbst willen, sondern die Souveränität, mit der das Bestehende weitergedacht wird. Denn Luxus findet sich heute nicht mehr allein in schönen Hotels, sondern in wiederbelebten Geschichten.

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